Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch

Reinhard Steurer (@ReinhardSteurer) via Twitter:

Schreiben des französischen Bildungsministeriums an die Eltern

Möglicherweise neigen Sie dazu, einen genauen Zeitplan für Ihre Kinder zu erstellen. Sie haben große Hoffnungen auf stundenlanges Lernen, einschließlich Online-Aktivitäten, wissenschaftlichen Experimenten und Buchberichten. Sie beschränken die Technologie, bis alles erledigt ist! Aber hier ist die Sache ... 

Unsere Kinder haben genauso viel Angst wie wir jetzt. Unsere Kinder können nicht nur alles hören, was um sie herum vor sich geht, sondern sie spüren auch unsere ständige Spannung und Angst. Sie haben so etwas noch nie erlebt. Obwohl die Idee, 4 Wochen lang nicht zur Schule zu gehen, großartig klingt, stellen sie sich wahrscheinlich eine lustige Zeit wie Sommerferien vor, nicht die Realität, zu Hause gefangen zu sein und ihre Freunde nicht zu sehen. 

In den nächsten Wochen werden die Verhaltensprobleme Ihrer Kinder zunehmen. Ob es Angst, Wut oder Protest ist, dass sie die Dinge nicht normal machen können - es wird passieren. Sie werden in den kommenden Wochen weitere Anfälle, Wutanfälle und oppositionelle Verhaltensweisen sehen. Dies ist normal und wird unter diesen Umständen erwartet. 

Was Kinder jetzt brauchen, ist sich wohl und geliebt zu fühlen. Fühlen, dass alles gut wird. Und das könnte bedeuten, dass Sie Ihren Zeitplan auseinander reißen und Ihre Kinder ein bisschen mehr lieben müssen. Kekse backen und Bilder malen. Spielen Sie Brettspiele und schauen Sie sich Filme an. Machen Sie gemeinsam ein wissenschaftliches Experiment oder finden Sie virtuelle Ausflüge in den Zoo. Starten Sie ein Buch und lesen Sie gemeinsam als Familie. Kuscheln Sie sich unter warme Decken und tun Sie nichts. 

Machen Sie sich keine Sorgen, dass sie in der Schule rückwärts gehen. Jedes Kind ist in diesem Boot und alles wird gut. Wenn wir wieder im Unterricht sind, werden wir alle den Kurs korrigieren und sie dort treffen, wo sie sind. Lehrer sind Fachexperten! 

Wähle keine Kämpfe mit deinen Kindern, weil sie nicht rechnen wollen. Schreien Sie Ihre Kinder nicht an, dem Programm nicht zu folgen. Setzen Sie keine 2 Stunden Lernzeit ein, wenn sie sich dagegen wehren. 

Wenn ich Ihnen eines überlassen kann, dann ist es das Folgende: Am Ende wird die psychische Gesundheit unserer Kinder wichtiger sein als ihre akademischen Fähigkeiten. Und was sie in dieser Zeit fühlten, wird ihnen noch lange erhalten bleiben, nachdem die Erinnerung an das, was sie in diesen vier Wochen getan haben, längst verschwunden ist. Denken Sie jeden Tag daran.

Bleiben sie sicher!


Wegen Corona: Rücksichtsvoller BMW-Fahrer hält 1,50 Meter Sicherheitsabstand

Stuttgart (dpo) - Im Kampf gegen das Coronavirus müssen alle zusammenhalten und ihr Verhalten hinterfragen. Ein leuchtendes Beispiel hierfür ist Peter Zeilbach aus Stuttgart. Der 54-jährige BMW-Fahrer betreibt Social Distancing, indem er auf der Autobahn mindestens 1,50 Meter Sicherheitsabstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen einhält.

"Normalerweise fahr ich ja viel dichter auf, wenn irgendso ein 180-km/h-Schleicher nicht sofort Platz macht", erklärt Zeilbach. "Aber wegen Corona halte ich derzeit ganz bewusst etwas mehr Sicherheitsabstand. Ich will ja nicht, dass jemand unnötig gefährdet wird, weil Viren durch die Fahrzeuglüftung verbreitet werden!"

Für Zeilbach stellt dies auch keine allzu große Einschränkung dar: "Seit Corona sind sowieso viel weniger Fahrzeuge unterwegs, sodass sich eh schon viel seltener die Gelegenheit ergibt, dicht aufzufahren."

Außerdem, so Zeilbach, blieben ihm ja noch die Lichthupe und der linke Blinker, "um Lahmärsche unter Druck zu setzen."

ssi, dan; Idee: the_burningman; Foto: Imago

https://www.der-postillon.com/2020/03/sicherheitsabstand.html

Bislicher Störche: Noch‘n Ei. (4 Bilder)

Im Morgengrauen war es soweit. Jetzt liegen sie schon klar über dem Durchschnitt.

Wikipedia schreibt:

„Das Gelege besteht aus 2 bis 7,[10]durchschnittlich aus 3,81 Eiern,[11]weiß mit feiner Körnung und doppelt so groß wie ein Hühnerei. Die Brutzeit, in der beide Partner abwechselnd brüten, dauert 30 bis 32 Tage;[12]durchschnittlich werden dabei 2,96 Jungstörche ausgebrütet.[11]“


Auswirkungen der Pandemie: »Wir stoßen zusehends an unsere Grenzen« Coronaviruspandemie trifft vor allem diejenigen, die ohnehin wenig haben.

Erfahrungen einer Praktikerin. 

Ein Gespräch mit Sylvia Brennemann, Interview: Markus Bernhardt

Das Coronavirus trifft vor allem diejenigen, die in der bürgerlichen Gesellschaft ohnehin Probleme haben. Verändert die Pandemie auch Ihre Arbeit in Duisburg-Marxloh?

Ja, die Auswirkungen sind gravierend. Am Sonntag wurde bundesweit eine sogenannte Kontaktsperre eingeführt. Das macht uns die Arbeit nicht leichter, ich verstehe aber die Notwendigkeit dieses harten Schritts.

Die Bevölkerung soll sich aus Schutz vor möglichen Infektionen in ihren Wohnungen aufhalten. Was bedeutet das für wohnungslose Menschen, die Sie im »Petershof« betreuen?

Wir versuchen zunächst, die Abstandsregeln einzuhalten. Das gilt sowohl für unsere Gäste als auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehrenamtliche Kräfte. Aber richtig ist: Wer keine Wohnung hat, kann sich auch nicht darin aufhalten. Wir versuchen derzeit, Betroffenen eine Unterkunft zu bieten und sie – soweit es uns möglich ist – medizinisch und mit Lebensmitteln zu versorgen. Wir wollen trotz der Krise auch weiterhin für alle Menschen ansprechbar sein, die hilfsbedürftig sind.

Zwar werden für die Wirtschaft Milliardenhilfen bereitgestellt, aber die Gruppen, die seit jeher gesellschaftlich ausgegrenzt und geächtet werden, werden noch mehr allein gelassen, als es vor dem Ausbruch der Pandemie der Fall war.

An welche Gruppen denken Sie da?

An ganz unterschiedliche: Wohnungslose, Drogenkonsumenten, Romafamilien, Geflüchtete oder Prostituierte. Ich denke jedoch auch an betagte und kranke Menschen, Alleinerziehende und Geringverdienerinnen und -verdiener.

Der »Petershof« steht allen Menschen offen. Wir tun, was wir können.

Erhalten Sie Unterstützung seitens der Stadt?

Nein. Dabei wird unser Angebot dieser Tage verstärkt in Anspruch genommen. Die Menschen sind verunsichert, einige haben Angst. Wenn die Stadt schon nicht bereit ist, dafür Sorge zu tragen, obwohl es ihr ureigener Auftrag ist, machen wir das.

Aber auch wir stoßen zusehends an unsere Grenzen. Im Gegensatz zu uns haben viele Hilfsangebote wie etwa die »Tafeln«, die Menschen normalerweise mit Lebensmitteln versorgen, geschlossen, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die Hilfsbedürftigen vor der Pandemie zu schützen. Wir versuchen, das aufzufangen, und haben eine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen, um für Menschen einzukaufen.

Was wünschen Sie sich derzeit für Ihre Arbeit?

Mehr Unterstützung von den Verantwortlichen für die, die Hilfe brauchen, und die, die sie seit Jahren auf eigene Kosten leisten. Also die Zehntausenden mit den wirklich systemrelevanten Jobs, die Menschen in den Gesundheits- und Pflegeberufen, die Ehrenamtlichen und aktuell die Verkäuferinnen und Verkäufer, die Paketboten und die vielen anderen, die nicht auf Ellenbogen, sondern auf Werte wie Solidarität und Humanismus setzen.

Gibt es in der aktuellen Lage auch Dinge, die Ihnen Hoffnung machen?

Wenn wir uns nach der hoffentlich schnellen Bewältigung der Pandemie zumindest ein paar wesentliche Frage stellen würden, wäre zumindest etwas Positives erreicht. Wie wichtig ist ein faires Miteinander? Wie wichtig die Solidarität über Landesgrenzen hinweg? Wie werden die Flüchtlinge geschützt, die an der Grenze zu Griechenland allein gelassen werden? Wie steht es um die Solidarität der Jungen mit den Alten und Gebrechlichen?

Und warum bauen noch immer so viele Wählerinnen und Wähler in der Bundesrepublik auf eine extrem rechte und rassistische Partei, deren Anhänger zum Teil die Existenz der Coronaviruspandemie leugnen? Das sind die Fragen, die mich derzeit umtreiben. Und ich bin verwundert, wie viele Virologen und Mediziner ich offenbar in meinem Bekanntenkreis habe (lacht).

Vielleicht nutzen einige Menschen die zwangsläufige Entschleunigung, um einen Schritt zurückzutreten und ihr Verhalten einmal selbstkritisch zu überdenken.

Quelle