Bertelsmann: Eve of destruction

Unser Realitätsast wird immer volatiler und unstabiler. Ich fürchte, der Kollaps steht kurz bevor. Erst entdeckt Merkel Solidarität mit Flüchtlingen, und jetzt erst die SPD und dann auch noch die Bertelsmann-Stiftung. Ich hoffe, die Helden sind kurz davor, die Infinity-Matrix zu resetten, bevor es noch schlimmer wird. Die Simulation fährt sogar schon die ersten Sterne runter, weil die Rechenzeit für andere Dinge dringender gebraucht wird!

Wenn alle Bürger gesetzlich versichert wären, könnten die Beiträge sinken. Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann-Stiftung und fordert das Ende des dualen Systems.
Da war wohl der Zensor pinkeln. Diese Art von Meldung kommt normalerweise nicht raus, wenn jemand bei der Bertelsmann-Stiftung einen unabhängigen Gedanken hat, was für sich genommen auch eher selten ist fürchte ich.

Auch dieser Gedanke kommt nicht von den Bertelsmännern sondern die hatten ein Institut beauftragt, und die haben offenbar das Memo nicht gekriegt, dass diese Art von Ergebnis nicht veröffentlicht werden darf. Schon gar nicht, wenn man daraus schließt, dass die privaten Versicherer weg müssen. Das Mindeste wäre die Forderung gewesen, die staatlichen Versicherungen plattzumachen.

Lustig auch die Box, mit der das ZDF erklärt, wer die Bertelsmann-Stiftung ist:

Die Bertelsmann-Stiftung setzt sich weltweit für Bildung, Demokratie, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit und internationale Verständigung ein.
Oh ACH SO ist das! Mit Freihandels-Extremismus, Globalisierungs-Redikalismus und Austerity-ist-güt-für-euch-Fundamentalismus haben die nichts zu tun, ja? Das sind gar keine Markt-Radikalinskis?
Laut der Studie gibt es nicht nur finanzielle Gründe für ein Ende des dualen Systems. Vor allem sprechen nach Ansicht der Autoren Gerechtigkeitsargumente gegen die Trennung von Gesetzlicher (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV).

OK jetzt wird mir das wirklich unheimlich gerade. Ist das eine Bertelsmann-Stiftung aus einem Paralleluniversum, das durch einen Quantentunnel zu uns rüber diffundiert ist?

http://blog.fefe.de/?ts=a0b459ac

Wikipedia zum Song

Trotz alledem...

Pariser Bürgermeisterin verbannt die Autos und will die Stadt komplett umbauen

 Eine Stadt für die Bürger und nicht für die Autos – das verspricht Anne Hidalgo. Sollte sie wiedergewählt werden, haben Fußgänger und Radfahrer absolute Vorfahrt und das Auto wird zum langsamsten Verkehrsmittel. Wir stellen die Pläne vor.

Dutzende Autos verstopfen die Champs-Elysees unweit des Arc de Triomphe – ein Bild, das es in Zukunft nicht mehr geben soll, wenn es nach der Pariser Bürgermeisterin geht - ©Peter Kneffel  / dpa 

Wem gehört der Straßenraum in den Städten? In Deutschland muss man nur aus dem Fenster sehen, und man weiß die Antwort: Die Straße gehört den Kraftfahrzeugen – alle anderen Verkehrsteilnehmer werden an den Rand gedrängt und sind bestenfalls geduldet.

Doch immer mehr Städte denken um - in Skandinavien schon seit Längerem. Dort genießt man heute die Ergebnisse einer wirklichen Verkehrswende, die in Deutschland nur beschworen wird: Die Zahl der Kinder, Fußgänger und Radfahrer, die von Kraftfahrern getötet werden, ist dramatisch gesunken – in einigen Großstädten bereits auf null. (Lesen Sie hierzu: "Helsinki meldet null tote Radfahrer und Fußgänger im Verkehr"Doch auch die Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt, Anne Hidalgo, will den Verkehrsmoloch Paris seit 2014 zähmen.

Verkehrswende wird Wahl entscheiden 

Hidalgo hat ein Ufer der Seine für Autos sperren lassen und treibt den Ausbau eines Netzes von Radwegen energisch voran. In nur einem Jahr sind die Fahrten mit dem Rad vor allem unter Pendlern um 50 Prozent gestiegen. Erstmals seit 1940 geht die Nutzung des Autos in Paris zurück.

Ein großer Erfolg, denn die neue Infrastruktur für Räder und Scooter besteht bislang nur aus Teilstücken. Wenn erst ein durchgängiges Netz erreicht sein wird, wird die Akzeptanz weiter ansteigen. Derzeit spielen ihr die Streiks im öffentlichen Nahverkehr in die Hände: Weil keine Bahnen fahren, probieren viele das Rad einmal aus.

Hidalgo kommt dabei die Machtfülle des Amtes zugute. In Paris kann der gewählte Bürgermeister ungehindert von der Verwaltung durchregieren. (Lesen Sie hierzu: "Paris wirft alle alten Autos raus und schafft die Zwei-Klassen-City") Im Falle ihrer Wiederwahl will Hidalgo die Stadt nun konsequent für Fußgänger und Radfahrer umgestalten. Dieses Vorhaben ist kein Nebenpunkt ihres Programms, es ist das zentrale Motiv ihrer Wahlkampagne.Die Luftverschmutzung durch den Kraftverkehr war in Paris nur der Anstoß für das ehrgeizige Programm, mittlerweile spielt die Lebensqualität der Bewohner eine immer größere Rolle.

Autoverkehr wird sehr langsam werden

Ihr Versprechen: Jede einzelne Straße wird zugunsten von Fußgängern und Fahrradfahrern umgestaltet. Die Illustrationen der Kommune machen dabei deutlich, dass in vielen Wohnstraßen kein Platz mehr für Autos vorgesehen ist. 72 Prozent der öffentlichen Parkplätze sollen einfach verschwinden. Und wer doch noch eine Tiefgarage für sein Auto findet, wird kaum noch vorankommen.

In der Mitte der Wohnstraßen bleibt nur eine Mix-Zone für alle Verkehrsteilnehmer. Das Überholen von Kraftfahrzeugen ist schlichtweg nicht mehr vorgesehen. Wer dort noch mit dem Auto fährt, wird hinter einem Kind auf dem Dreirad hinterherfahren müssen. Der Rest der Fahrbahn und die Parkplätze werden in Grün- und Erholungszonen umgewandelt.

Die Breite der Fahrbahn wird auf die Dimension zurckgeschraubt die bei der Planung der Stadtviertel vorgesehen war

Die Breite der Fahrbahn wird auf die Dimension zurückgeschraubt, die bei der Planung der Stadtviertel vorgesehen war.

Anne Hidalgo hat erkannt, dass es nicht ausreichen wird, das Auto einfach zu verbieten. Sie will die Stadtviertel wieder in eine Form zurückverwandeln, die die Stadt vor dem Triumphzug des Automobils hatte. Sie nennt das die "Stadt der fünfzehn Minuten" - Ville Du Quart D'Heure. Alle Besorgungen und Einrichtungen solle der Bürger innerhalb von 15 Minuten erreichen können – ohne Auto wohlgemerkt. Das ist in Paris aber nicht so schwer, wie es sich anhört. Ein E-Bike kann auf geeigneten Wegen in 15 Minuten sechs Kilometer zurücklegen. In der eigentlichen City ist das eine große Entfernung. Das Pariser Stadtgebiet ist relativ kompakt. Von einer Grenze bis zur anderen sind es maximal zehn Kilometer – mit dem Rad kann man die ganze Stadt in einer halben Stunde durchqueren. Mit dem Auto ist das heute kaum möglich.

Stadtform vor dem Auto

Die größten Verkehrswege, die prächtigen Avenuen des Stadtumbaus des 19. Jahrhunderts, sollen für Kraftfahrzeuge weitgehend gesperrt werden. Die einst großzügig angelegten Plätze sind heute meist riesige Kreuzungen. Sie sollen wieder in einen Platz für die Bürger, also in eine Fußgängerzone verwandelt werden. An die Stelle der Parkplätze sollen Grünflächen, Gemüsegärten und Spielplätze treten. 

Das Verschwinden der öffentlichen Parkplätze allein wird den Verkehr kaum bremsen, dazu gibt es zu viele private Stellflächen. Wenn die Bürgermeisterin aber die großen Plätze und Straßen sperrt und die Wohnstraßen in eine Art von Flanier- und Spielstraßen verwandelt, wird es sinnlos, mit dem Auto zu fahren. Ganz nebenbei erteilt Hidalgo übrigens damit auch den E-Autos und den alternativen Antrieben eine klare Absage, denn sie benötigen den gleichen Platz wie Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Unabhängig vom Antrieb wird die Fahrt mit dem Auto in Paris, die langsamste Art sein voranzukommen.

In dem von Hidalgo geplanten Ambiente wird der Lieferverkehr wie in Asien auf deutlich kleinere Lastkarren oder Lastfahrräder umsatteln, die elektrisch angetrieben werden. Sobald das Radwegenetz entsprechend ausgebaut ist, werden die meisten Autos verschwinden. Hidalgo verspricht bis 2024 alle Diesel-Pkw zu verbannen, die Benziner werden 2030 folgen. Zugleich soll ein ganzes Bündel von Maßnahmen bis hin zu Tiefgaragen für Radfahrer das Biken attraktiver machen.

Kein Gegenprogramm 

Das ambitionierte Programm von Hidalgo ist inzwischen Mainstream geworden. Ihre Gegenkandidaten sind in der Verkehrsfrage vielleicht nicht so entschlossen wie die Amtsinhaberin. Aber keiner kündigt an, ihre Maßnahmen rückgängig machen zu wollen. Ein "Pro Auto"-Programm wäre inzwischen politischer Selbstmord. So sehr haben sich die Zeiten in Paris geändert.

Quellen: CitymetricForbes
 

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