Parasite Papers

An den Paradise Papers scheiden sich die Medien - die Guten von den Schlechten

Die Berichterstattung zu den Paradise Papers ist aufschlussreich, insbesondere vor dem Hintergrund der Vertrauenskrise in die Medien. So hat die Süddeutsche insoweit Boden gut gemacht und sich mit den Superreichen dieser Welt offensiv anlegt. Mit deren gehorteten 7,9 Billionen Euro könnte man Berechnungen der Süddeutschen zufolge alle derzeit Hunger leidenden Menschen 61 Jahre lang ernähren oder weltweit alle Kinder ohne Schulbildung viereinhalb Jahre nach deutschen Standards unterrichten. Der Vorschlag, statt von Paradise Papers von "Parasite Papers" zu sprechen, hat einen gewissen Charme.

Während die Panama Papers hierzulande nur einen überschaubaren Impact hatten, weist der aktuelle Leak  politisches Potential für gesellschaftlichen Druck auf, um die schwachen Gesetze endlich im Sinne der Mehrheit und nicht der Lobby zu optimieren. Spannend ist allerdings die Frage, warum der bevorratete Leak erst nach der Bundestagswahl präsentiert wurde. Der Steuerschaden, mit den die unsozialen Superreichen die Mehrheit langfristig belasten, wäre wohl ein gravierenderes Wahlkampfthema als die Flüchtlingskrise gewesen.

Weiterlesen bei Telepolis

Ablauf

Viele wussten es.

Niemand sagte was.

„Da war was.“

Diskussion, ob das schlimm war.

„Das ist immer noch.“

Ach.


Und dann versucht der Beschuldigte, sich auf eine Art zu verteidigen, mit der er sich zur Kenntlichkeit entstellt.


7.11.1917: Oktoberrevolution

Georg Fülbert: 

Herbst und Frühling

Vor 40 Jahren – das Scheitern der Roten Armee Fraktion als Alibi für eine abmarschbereite Linke 

Auszug:

„Günter Gaus, der 2001 das Interview mit Christian Klar führte, war von 1974 bis 1981 Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR, nahm dort also qua Amt und mit Loyalität die Interessen des kapitalistischen deutschen Staates wahr. Nach der Öffnung der ungarischen Grenze im September 1989 veröffentlichte er im Spiegel eine Zeitdiagnose. Die klang nicht froh. Gaus skizzierte dort unter anderem auch die neue kapitalistische Weltordnung, die sich nach der Niederlage des Sozialismus einzustellen begann. Er beurteilte diesen immer fair, wohl nicht, weil er ihn gut gefunden hätte, sondern vielleicht eher nach einer Maxime von Karl Kraus. 1920 hatte dieser den Verteidigern der alten, durch die Oktoberrevolution herausgeforderten Herrschaft so geantwortet: 

»Der Kommunismus als Realität ist nur das Widerspiel ihrer eigenen lebensschänderischen Ideologie, immerhin von Gnaden eines reineren ideellen Ursprungs, ein vertracktes Gegenmittel zum reineren ideellen Zweck – der Teufel hole seine Praxis, aber Gott erhalte ihn uns als konstante Drohung über den Häuptern jener, so da Güter besitzen und alle andern zu deren Bewahrung und mit dem Trost, dass das Leben der Güter höchstes nicht sei, an die Fronten des Hungers und der vaterländischen Ehre treiben möchten. Gott erhalte ihn uns, damit dieses Gesindel, das schon nicht mehr ein und aus weiß vor Frechheit, nicht noch frecher werde, damit die Gesellschaft der ausschließlich Genussberechtigten, die da glaubt, dass die ihr botmäßige Menschheit genug der Liebe habe, wenn sie von ihnen die Syphilis bekommt, wenigstens doch auch mit einem Alpdruck zu Bette gehe!« Die Fackel (1920) Nr. 554/556, S. 8.

Volltext 

„Nicht Waffen, sondern Menschen töten Mensche“: US-Waffenlobby fordert Menschenverbot

Fairfax (dpo) - "Nicht Waffen töten Menschen. Menschen töten Menschen" – nach dem Amoklauf in Sutherland Springs mit mehr als 20 Toten hat die US-amerikanische Waffen-Lobby NRA ein landesweites Verbot von Menschen gefordert. Dadurch soll die Zahl der Schusswaffentoten langfristig auf null reduziert werden. 

"Nach so einer Tragödie gibt es immer hysterische Stimmen, die Waffen regulieren oder gar verbieten wollen", erklärt NRA-Chef Wayne LaPierre. "Aber die Statistiken zeigen, dass Schusswaffen alleine absolut friedlich sind." So sei in der Geschichte der USA noch nie eine Pistole oder ein Gewehr wegen Raub, Körperverletzung oder Mord angeklagt worden. 

"Es sind immer Menschen, die solche Grausamkeiten begehen und dafür friedliche Schnellfeuerwaffen missbrauchen", so LaPierre. "Und gleichzeitig machen die Medien eine Hetzkampagne gegen Schusswaffen. Absolut widerlich!"
Das nun von der NRA geforderte Menschenverbot ("people ban") sieht vor, dass sich auf dem gesamten Gebiet der USA keine Angehörigen der Spezies Homo Sapiens mehr aufhalten dürfen. 

"Sie werden sehen: Sobald es keine Menschen mehr in den USA gibt, wird die Zahl der Amokläufe und Massenmorde sehr schnell auf null fallen", so der Waffenlobbyist. "Und unsere geliebten Pistolen, Revolver, Sturmgewehre, Maschinengewehre, Maschinenpistolen, Schrotflinten und wie sie alle heißen können endlich in Frieden und Eintracht miteinander leben."

Da die NRA über legendär gute Beziehungen in die Politik verfügt, rechnen Beobachter damit, dass ein entsprechendes Gesetz noch in diesem Monat vom US-Kongress beschlossen wird. Anfang nächsten Jahres könnte dann die Deportierung aller rund 323 Millionen in den USA lebenden Menschen beginnen. Mauern zu Mexiko und Kanada - für erstere liegen bereits Pläne vor - sollen dann sicherstellen, dass niemand mehr unerlaubt das Land betritt.

Via Postillon