Apple Pay und die Grandiosität

antwort auf einen eintrag auf twitter.com

erstmal ist es nicht unbedingt grandios, nur weil gerade alle davon reden, sondern vor allem neu (in deutschland). ansonsten; gute frage, ich hab noch ein paar mehr:

  • was ist so toll daran zeitung oder bücher auf dem handy zu lesen? (statt auf papier, das keinen akku braucht?)
  • was ist so toll daran bordkarten, eintrittkarten, kundenkarten auf dem handy zu haben? (statt sie übersichtlich auf papier oder plastik im geldbeutel zu haben?)
  • was ist so toll daran strassenkarten auf dem handy zu haben?
  • was ist so toll daran eine foto- und video-kamera auf dem handy zu haben?

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ne antwort auf all die rhetorischen fragen hab ich natürlich auch: es ist irre praktisch, alles was man unterwegs so braucht an einem ort und leicht zugänglich zu haben. ob das nun apple-, google- oder kreissparkasse-hintertupfingen-pay ist, ob es google-, here- oder apple-karten sind, ob es das apple-wallet oder irgendeine andere app ist, die meine bord- und eintrittkarten verwaltet, dürfte in den meisten fällen egal sein.

grandios wird es aber dann, wenn die nutzung wirklich einfach und reibungsfrei ist, wenn sich die lösung im alltag bewährt und auch tatsächlich sicher und datensparsam ist.

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letzte woche habe ich bemerkt, dass mein #aufdemwegzurarbeit-netto (ohne hund) jetzt auch selbstbedienungskassen installiert hat. ich bin einfach an der kassenschlange von 8 leuten vorbeigegengen, habe mein mittagessen gescant und meine EC karte auf das zahlterminal gelegt. keine PIN, keine unterschrift, super, raus, fertig.

heute früh hab ich mich wieder selbst im netto bedient, statt der EC karte habe ich heute aber mein handy ans zahlterminal gehalten. keine PIN, keine unterschrift, super, raus, fertig.

weil ich ungefähr 20 karten in meiner tasche habe werde ich künftig wohl die zahlung mit dem handy vorziehen, weil sie mir das rausgesuche erspart. mein handy habe ich immer griffbereit, meine EC karte (und PIN) nicht. ist das grandios? nö, aber ziemlich praktisch.

Quelle: http://wirres.net/article/articleview/11132/1/6/

Besser als Kreditkarten, schlechter als Bargeld

Apple Pay und der Datenschutz: Wer weiß was über unsere Einkäufe?

Simple Aktivierung, schnelle Bezahlvorgänge – Apple Pay ist praktisch. Aber wie steht es um den Datenschutz des Zahlungsdienstes? Wir erklären, wer welche Daten unserer Einkäufe bekommt.

Mit mindestens drei Parteien haben wir es zu tun, zahlen wir Milch, Butter, Schmuddelromane, Schwangerschaftstests und Inkontinenz-Tabletten an einer Kasse über Apple Pay: Mit dem Händler, mit Apple, mit der Bank und/oder dem Kreditkartenanbieter. Und wer erfährt nun angesichts des Schwangerschaftstests, dass Nachwuchs im Haushalt anstehen könnte? Wer wird mit Werbepost gleich den ganzen Haushalt darüber informieren?

Vorab: Die Grundlagen von Apple Pay besprechen wir in diesem Video:

Infos zum Konto bei N26 mit kostenloser Kreditkarte *

Datenschutz bei Apple Pay: Das weiß der Händler

Der Händler vor Ort weiß, dass eben ein Schwangerschaftstest über den Strichcode der Kasse gezogen wurde. Er weiß aber nicht, wer wir sind und wo wir wohnen. Diese Daten, sogar die Kreditkartennummer, bleiben dem Shop unbekannt: Die Transaktion wird über eine Gerätekontonummer und einen variablen Code zwischen Apple Pay und dem Händler durchgeführt.

Verräterische personalisierte Werbung für Babywindeln kann also nicht im Briefkasten landen. Ausnahmen: Bei Verwendung einer Kundenkarte (er)kennt uns der Händler. Und bei Online-Käufen muss der Versandhändler natürlich zwangsläufig die Adresse erfahren.

Datenschutz bei Apple Pay: Das weiß Apple

Die Kreditkartennummer speichert auch Apple nicht – das bestätigen die an Apple Pay teilnehmenden Banken. Der Bezahlvorgang wird eben über die oben genannte, von der Bank erstellte Nummer realisiert. Transaktionsdaten, die Rückschlüsse auf die Person zulassen, speichert Apple laut eigenen Angaben nicht. Die einzelnen Produkte im Einkaufswagen erfährt das Unternehmen erst recht nicht.

Für die Identifikation von Geschäftsstandorten kann Apple allerdings die Ortsdaten verwenden. Die Übertragung an Apple erfolge laut Anbieter anonym. Ausschalten kann man das, indem man in den iOS-Einstellungen -> Datenschutz -> Ortungsdienste die Ortsdaten für die Wallet-App ausschaltet. Bei uns waren sie bereits ausgeschaltet – ob das die Standardeinstellung ist, können wir nicht sicher sagen.

Datenschutz bei Apple Pay: Das weiß die Bank

Die Bank ist (zwangsläufig) etwas schlauer: Sie weiß, in welchem Geschäft wir zu welchem Betrag und welchem Zeitpunkt eingekauft haben – wie auch bei einem Einkauf mit einer Bankkarte. Die einzelnen Produkte kennt sie nicht. Doch noch ein paar weitere Informationen erhält das Geldinstitut über Apple Pay, um die Verknüpfungen bei der Einrichtung des Zahlungsdienstes vornehmen zu können: Geräte-ID inklusive Modellnummer, Ort, Vertrauenswürdigkeit (die nimmt Apple aus der Nutzung des Gerätes vor, zum Beispiel, ob schon länger iTunes-Käufe getätigt wurden), sowie die Telefonnummer zur Sicherheitsprüfung. Zudem muss man Name und Rechnungsadresse angeben.

Sicherheit und Datenschutz von Apple Pay – Fazit

In Sachen Datenschutz will Apple bei dem Zahlungsdienst als Klassenprimus erscheinen – und hat in der Tat gute Arbeit geleistet. Die „echten“ Kreditkartendaten bekommen weniger Beteiligte als bisher zu Gesicht, Apple selbst hält sich beim Sammeln von Daten vornehm zurück. Genau dadurch will man sich von Google Pay unterscheiden: Die Konkurrenz nimmt sich das Recht, Einkaufsdaten für personalisierte Werbung zu verarbeiten. Bei Apple Pay braucht man nicht befürchten, Werbung für Windeln zu bekommen, nur weil man in einer Drogerie einen Schwangerschaftstest gekauft hat.

Und wie steht es um die Sicherheit? Die Bezahlung über Apple Pay ist zunächst einmal vergleichbar mit der einer NFC-Bankkarte. Im Gegensatz zu einer Kreditkarte kann ein Dieb mit einem gestohlenen iPhone allerdings nicht bezahlen, wenn er den Zugangscode nicht kennt. Die sicherheitsrelevanten Daten sind auf dem iPhone in einem gut geschützten Bereich abgelegt, Apps können sie nicht auslesen. Die jahrelange Nutzung in den USA bescheinigt ein hohes Sicherheitslevel mit weniger Betrugsfällen als bei Bankkarten.

Freilich: Bargeld ist anonymer. Wer Kartenzahlungen ablehnt, für den ist Apple Pay ebenso nichts.

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Quelle: https://www.giga.de/extra/apple-pay/specials/apple-pay-und-der-datenschutz-wer-weiss-was-ueber-unsere-einkaeufe/


Anmerkung von mir: Es spricht viel dafür, bei Apple Pay eine konfigurierbare Debitkarte wie etwa die oben beschriebene von N26 zu nutzen.

Gute Nachrichten! Endlich hat die Milliarden-Steuerhinterziehung via Cum-Ex juristische Folgen!

Sitz der Maschmeyer Group in der ehemaligen Villa Ebeling an der Hindenburgstraße Nr. 42 in Hannover-Zoo
Christian  A. Schröder (ChristianSchd) • CC BY-SA 4.0

Die Staatsanwaltschaft ermittelt!

Oh, Sekunde, ich sehe gerade: Nicht gegen die Bankster, sondern gegen den Chefredakteur von Correctiv. Ja gut, äh, der ist ja auch offensichtlich der Bösewicht hier. Der hat schließlich…

Er habe Banker angestiftet, Geheimnisse zu verraten.
Und DAS geht ja mal GAR nicht! Leute dazu anstiften, kriminelle Machenschaften aufzudecken? Na hör mal! Wo kommen wir da hin?! Sowas macht nur Ärger.

Gut, immerhin ist das Verhalten konsistent. Beim Dieselskandal gehen sie ja auch nicht gegen die Autobauer vor sondern gegen die Umwelthilfe.

Correctiv hat einen offenen Brief dazu veröffentlicht.

Der Paragraph, gegen den die verstoßen haben sollen, ist übrigens aus dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, und ist eigentlich für Industriespionage gedacht. Anstiftung zum Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen. Kannste dir gar nicht ausdenken, sowas. Ist das überhaupt anwendbar, wenn der Angeklagte aus einer ganz anderen Branche kommt? Dann ist das ja kein Wettbewerb und kann daher auch kein unlauterer Wettbewerb sein.

Quelle: http://blog.fefe.de/?ts=a2f1738e

(via Mr. Reader)

Immerhin wissen wir jetzt, was das Geheimnis des Geschäfts der Banken ist.