Marxloher machen Musik

„... "Ihr müsst aufeinander hören", sagt der Musiklehrer Klaus Hagge in der 4a der Grundschule Sandstraße ein paar Blocks weiter, "sonst fliegen die anderen raus." Aufeinander zu hören ist der Anfang des Miteinanders, von Efe, Can, Sinan und Melissa, die möglichst unisono in die Melodica pusten sollen und rhythmisch auf die Trommeln schlagen (die manchmal größer sind als sie selbst). Kinder, sagt Hagge, seien "Ich-Menschen", wenn sie auf die Schule kommen, sie trommeln allein, je lauter, je doller, und gelangen erst langsam "über das Du zum Wir". Was dann ein Konzert sein kann.

Oder auch nur ein kleines Duett: Neulich ließ Hagge seine Schüler Bartók in Motive aufteilen, dann sollten sie Partner suchen gehen: "Schau mal, ob einer zu dir passt!" Was sie nicht sollten, war, gemeinsam zu spielen, aber dann fanden sie selbstständig Intervalle, die tatsächlich klangen. Und der Lehrer Hagge staunte. Einmal, gesteht er, habe er sogar geweint. Das war, als die selbsterklärte Klassenprinzessin den traurigen Außenseiter um Klavier-Unterricht bat. "Da wächst", sagt er gern, "eine Kultur."

Dabei ist es nicht so, dass die Zuwanderer-Kinder Béla Bartók kennen würden, weil er "ihre" Volkslieder mischte und Vielfalt komponierte. Von der Musik ihrer Vorväter wissen die meisten gar nichts mehr, und die modernen Harmonien des Ungarn finden sie, wie mancher Erwachsene, nicht einmal schräg. "Sie sind mit Musik noch gar nicht sozialisiert", sagt Klaus Hagge. Und das macht er dann eben mit dem Klavier-Festival: lässt sie Do-Re-Mi singen auf Melodien, die nun wirklich nicht gleich ins Ohr gehen - es sei denn, es sind die ersten, die sie je hören. Bei einem Konzert konnten Hagges Schüler Bartók gelassen von Ligeti unterscheiden. Drittklässler, damals noch!

Musik, hat die junge Tänzerin einer Duisburger Förderschule nach dem Auftritt im vergangenen Jahr gesagt, "macht Mut". Zum Dank haben die Kinder der Sandstraße dem Geldgeber des Projekts, dem Stahlunternehmen Klöckner, zwar keine Blumen getanzt, aber einen Baum gebastelt. "Ich habe auf der Bühne getrommelt", hat Aila, über sich selbst erstaunt, darauf geschrieben. Und Suna notierte: "Wir haben getanzt. Und Musik gemacht." Was könnte man mehr wollen?“

Hach! <3

Hier geht es zum vollständigen Artikel der nrz.

Ps: 

Dies ist der zweite Verweis auf diesen Artikel. Als erstes habe ich  heute Morgen schnell in Facebook verlinkt.  Als ich dann etwas mehr Zeit hatte, habe ich dann wie üblich einen Blog-Beitrag erstellt. Der wird dann automatisch in Twitter, LinkedIn und Facebook gespiegellt. Warum? Mein Blog bleibt ewig. Wenn ich es möchte, kann ich meine Inhalte exportieren und mitnehmen. Ich möchte mir offen halten, Facebook auch wieder zu verlassen, ohne dass alle meine Inhalte verloren sind.  Deshalb habe ich also was Eigenes. Mein Jodeldiplom.