#aufstehen – die Sammlungsbewegung geht an den Start. Fragen an Sahra Wagenknecht


Sahra Wagenknecht
Seit heute ist die Internetseite der mit Spannung erwarteten Sammlungsbewegung rund um die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht online. Und einen Namen hat die Bewegung auch: #Aufstehen. Die NachDenkSeiten hatten die Möglichkeit mit Sahra Wagenknecht über die neue Sammlungsbewegung zu sprechen und ihr die wichtigsten Fragen zu #Aufstehen zu stellen.


Wann wird die Sammlungsbewegung vorgestellt?

Offizieller Start unserer Sammlungsbewegung ist der 4. September. An dem Tag stellen wir die Namen unserer prominenten Gründungsmitglieder und auch den Gründungsaufruf öffentlich vor und werden unsere Ziele vor der Presse erläutern. 
 
Unter welchem Namen?

Wir haben uns für #Aufstehen entschieden. Aufstehen für ein gerechtes und friedliches Land, darum geht es. Unter www.aufstehen.de wird ab heute (4. August) auch schon eine vorläufige Webseite online gehen. Weil uns täglich Anfragen von Interessenten erreichen, die gern mitmachen möchten, wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, sich schon jetzt zu registrieren.
 
Können Sympathisanten und mögliche Unterstützer Teil der Bewegung werden? Gibt es so etwas wie eine Mitgliedschaft?

Jeder, der sich auf unserer Webseite registriert, wird damit Teil der Bewegung. Er wird automatisch sowohl unsere vielfältigen online-Inhalte erhalten als auch über Aktionen vor Ort informiert. Wir hoffen, dass wir sehr viele Mitstreiter gewinnen werden, denn nur dann wird unsere Bewegung ausreichend Druck entfalten können, um die Politik in diesem Land zu verändern. Das ist unser Ziel. 
 
Ist die Bewegung eine Partei? Tritt sie bei Wahlen an? Wie kann man sich das konkret vorstellen? Im Vorfeld wurde ja gelegentlich “La France insoumise“ als Vorbild genannt. Die sind nach unserem deutschen Verständnis aber keine Sammlungsbewegung, sondern eine echte Partei. 

La France Insoumise ist streng genommen keine Partei, aber das französische Wahlrecht erlaubt es, dass Bewegungen zu Wahlen antreten. Das ist in Deutschland anders. Dennoch gründen wir bewusst keine Partei, denn es geht uns zunächst einmal darum, Menschen mit ähnlichen Überzeugungen zusammenzubringen. Wir wollen sammeln, nicht spalten. Dafür ist es wichtig, dass niemand seine Organisation verlassen muss, um bei uns mitzumachen. Vor allem aber wollen wir ein attraktives Angebot an all diejenigen machen, die sich von der Politik zurückgezogen haben und keiner Partei mehr vertrauen. Ich wäre sehr froh, wenn wir viele von ihnen wieder zu einem Engagement ermutigen könnten, aber das schafft man sicher nicht mit einer neuen starren Parteistruktur. 
 
Wie soll die Verknüpfung zu den bestehenden und geistesverwandten Parteien aussehen?

Wir hoffen, dass sich möglichst viele Mitglieder aus SPD, Linker und Grünen bei uns zusammenfinden. Nach meinen Erfahrungen gibt es gerade in der SPD sehr viele, die mit dem unerschütterlichen Agenda-2010-Kurs und dem erneuten Eintreten in die GroKo sehr unzufrieden sind. Und vermutlich gibt es auch bei den Grünen nicht wenige, die sich im Interesse der Umwelt auch mit mächtigen Industrielobbys anlegen wollten, statt als letzte Machtreserve von Frau Merkel den Status Quo zu verwalten. Die Sammlungsbewegung soll all diejenigen zusammenführen, die sich eine Erneuerung des Sozialstaats, ein Zurück zur Entspannungspolitik Willy Brandts und ein verantwortungsvolles, naturverträgliches Wirtschaften wünschen. 
 
Gibt es so etwas wie Unterorganisationen, also regionale Gliederungen oder so etwas Ähnliches? Sind Treffen der Anhänger der neuen politischen Bewegung vorgesehen? Gibt es einen großen Kongress? Ein erster Auftritt in einer der großen Hallen Deutschlands, also in der Westfalenhalle oder im Olympiastadion, das wäre doch ein passendes Signal? Darauf warten viele.

Ja, es wird Strukturen vor Ort und natürlich auch größere Events und Kongresse geben. Ich wünsche mir, dass wir so schnell wachsen, dass wir bald tatsächlich die Westfalenhalle füllen könnten.
 
Gibt es eine Führung der Sammlungsbewegung? Welche Personen sind dabei?

Es gibt aktuell gut 40 prominente Gründungsmitglieder, deren Namen wir allerdings erst am 4. September öffentlich machen werden. Außerdem gibt es bereits ein hochmotiviertes, kreatives Team, das sich um unseren online Auftritt und die Sozialen Medien kümmern wird. Sobald #Aufstehen im September gegründet ist, werden wir natürlich auch Arbeitsstrukturen schaffen. Aber entscheidend ist für uns, dass jeder sich einbringen, jeder mitdiskutieren und die Bewegung mitgestalten kann. Dafür werden wir Möglichkeiten schaffen. Eine Bewegung lebt vom Engagement ihrer Mitstreiter. 

Kann man in einigen wenigen Zeilen zusammenfassen, was die zentralen programmatischen Vorstellungen der Sammlungsbewegung sind?

Es geht um den Mut zur Überwindung des neoliberalen Mainstreams, um eine soziale Politik im Interesse der Mehrheit. Und um ein Ende der Kriegspolitik und des gefährlichen Wettrüstens. Der Neoliberalismus tritt die sozialen Bedürfnisse der weniger Wohlhabenden mit Füßen und bringt viele dazu, sich von der Demokratie abzuwenden. Am Ende profitieren davon rechte Parteien. Inzwischen bestimmt die AfD in Deutschland die Themen der Politik und treibt die anderen vor sich her. Das wollen wir nicht länger akzeptieren. Die konzerngesteuerte Globalisierung, der Sozialabbau, immer neue Kriege, das alles ist keine Naturgewalt. Es gibt dazu Alternativen und wir wollen den Menschen die Hoffnung zurückgeben, dass sich die Politik verändern lässt. 

Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=45315

Das meint die Zeit dazu.

Die Sechzehnjährige, die die Soldaten ohrfeigte, ist aus dem Gefängnis entlassen.

Haim Schwarczenberg, https://schwarczenberg.com . "Full name and blog URL address" must be cited when the photo is used anywhere. • CC BY-SA 4.0

Berichte von junge Welt und Wikipedia

Ahed Tamimis Vater Bassem äußerte sich im Gespräch mit jW kritisch über die »etablierte« Solidarität mit dem palästinensischen Volk:

»Der Neokolonialismus will die Palästinenser zu Opfern machen, so dass sie nur durch Mitleid unterstützt werden. Ich weiß, dass uns viele Europäer gefühlsmäßig unterstützen, aber die Staaten sind proisraelisch eingestellt. Deutschland schickt den Palästinensern finanzielle Unterstützung für Essen, aber die Israelis bekommen U-Boote für ihre Armee.

Der Kapitalismus will, dass ihr zufrieden damit seid, dem verwundeten Palästinenser einen Rollstuhl zu bringen. Aber eure Verantwortung ist, die Besatzung zu beenden, so dass der Palästinenser gar nicht angeschossen wird. Ihr kommt, um das Resultat und nicht die Ursache des Problems zu lösen! Niemand spricht über die Besatzung an sich, sondern über die Checkpoints, die Mauer, die Siedlungen usw. Aber das ist nicht das Problem, es ist nur eine Form des Problems.

All die Projekte, die im Westjordanland gestartet wurden, sind dazu da, das palästinensische Leben nur erträglicher zu machen. Ich brauche keine Autobahn von Nabi Saleh bis Ramallah, mit schnellem Transport und einem Checkpoint. Ich brauche nur einen kleinen Pfad und einen Esel, ohne Checkpoint. Ich will nicht, dass Sie mir helfen, eine Genehmigung für Jerusalem zu bekommen. Ich will ohne Genehmigung dorthin gehen können. Ich will nicht die Erlaubnis haben, beim Prozess gegen mein Kind anwesend zu sein. Ich will, dass der Prozess gar nicht stattfindet.

Als wir in 2017 in Südafrika waren, haben wir einen Dokumentarfilm über die Zustände in Nabi Saleh gezeigt. Nach dem Film haben viele geweint. Ahed hat eine kurze Rede gehalten: ›Danke für eure Tränen, aber wir haben viele Tränen wegen des Tränengases vergossen. Wegen der Würde meines Mutterlandes und der Würde meines Volkes mag ich es nicht, bemitleidet zu werden. Ich bin kein Opfer, sondern eine Freiheitskämpferin. Und wenn ihr uns als Freiheitskämpfer seht, die für ihre Rechte kämpfen, könnt ihr uns wirklich unterstützen. Wenn ihr uns als Opfer sehen wollt, brauchen wir euer Geld nicht. Eure Armen verdienen euer Geld mehr als wir.‹

Das ist die wichtigste Lektion, die mir meine Tochter erteilt hat. Ich brauche euch, damit ihr mit mir in den Kampf geht und die Besatzung beendet. Das Problem ist nicht Israel, Israel ist nur der Schatten des Problems. Israel ist die Wache und der Eingang zum Markt des Imperialismus, des Kapitalismus, der Militärindustrie. Die westlichen Mächte wie die USA und Europa brauchen Israel und seine spezielle Rolle als Kolonialmacht im Nahen Osten.i» (ff)

WhatsApp tut es doch: Werbung ab 2019!

Advertising has us chasing cars and clothes, working jobs we hate so we can buy shit we don’t need. Tyler Durden, Fight Club

Ein Artikel über WhatsApp, der mit einem Tyler-Durden-Zitat aus dem legendären Streifen „Fight Club“ anfängt — hatten wir hier auch nicht, glaube ich. Aber es hat seinen Grund, dass ich genau damit beginne. Mit diesem Spruch — übersetzt etwa:“Werbung macht uns heiß auf Autos und Klamotten, lässt uns in Jobs arbeiten, die wir hassen, nur damit wir Scheiße kaufen können, die wir nicht brauchen“ — begann nämlich auch ein Posting im offiziellen WhatsApp-Blog vor sechs Jahren.

Dort äußerten sich die beiden WhatsApp-Masterminds Jan Koum und Brian Acton unmissverständlich zum Einsatz von Werbung auf der eigenen Plattform:

Werbung ist nicht nur die Störung der Ästhetik, die Beleidigung deiner Intelligenz und die Unterbrechung deines Gedankengangs: Bei jedem Unternehmen, das Anzeigen verkauft, verbringt ein erheblicher Teil des Engineering-Teams seinen Tag damit, die Datenanalyse zu optimieren, besseren Datensammel-Code zu schreiben, die Server, auf denen alle diese Daten gespeichert sind, zu aktualisieren und dafür zu sorgen, dass alles protokolliert, sortiert, in Scheiben geschnitten, verpackt und verschickt wird. Und am Ende des Tages ist das Ergebnis des Ganzen ein etwas anderes Werbebanner in deinem Browser oder auf deinem Smartphone.

Sobald Werbung im Spiel ist, bist du, die Nutzerin, der Nutzer, das Produkt.

Weiter machte man in dem Beitrag klar, dass man weder an den Interessen, dem Kaufverhalten oder den Daten der Nutzer interessiert wäre. In der Folge wiederholten beide das ganze mantraartig, so dass sich mancher verwundert die Augen rieb. Immerhin waren wir es gewohnt, dass jeder dieser Dienste irgendwann doch umkippt und sich überlegt, wie man am pfiffigsten Werbung integrieren kann.

Wie ihr vermutlich alle wisst, sind die beiden aber nicht mehr bei Facebook beschäftigt. Das ist gleich doppelt bemerkenswert, denn Facebook hat die beiden zu reichen Männern gemacht und man hätte dort entspannt seinem Lebensabend entgegen coden können. Zudem haben sie durch ihren vorzeitigen Abschied sehr viel weitere Kohle verschenkt: Hätten sie noch bis November dieses Jahres ausgeharrt, hätten ihnen fällige Aktienoptionen im Wert von etwa 1,3 Milliarden US-Dollar zugestanden.

Anhand dieser Information könnt ihr erahnen, was die beiden für einen Hals auf Mark Zuckerberg und sein Unternehmen gehabt haben müssen, dass sie fast fluchtartig verschwunden sind. Und wie TechCrunch jetzt berichtet, hatte das auch einen triftigen Grund: Facebook möchte Werbung auf WhatsApp — die beiden wollten es weiterhin nicht. Im US-Blog ist zu lesen, dass ab 2019 Werbung auf WhatsApp zu sehen sein soll.

Allerdings ist es erst mal noch nicht so dramatisch, wie sich das vielleicht auf Anhieb anhört. Die Werbung soll nämlich nicht eure privaten Chats verschandeln, sondern würde in der Status-Sektion landen. Die ist das WhatsApp-Pendant zu den Stories, wie ihr sie auch von Snapchat, Instagram und eben auch Facebook kennt.

Darüber hinaus sollen die WhatsApp-Nutzer die Möglichkeit haben, die Werbung auf Wunsch auch auszuschalten, wovon vermutlich nicht wenige der aktuell etwa 450 Millionen Status-Nutzer auf WhatsApp Gebrauch machen dürften. Einen Haken gibt es bei der Nummer aber noch für Zuckerberg und seine Mannen: Für Werbung auf WhatsApp müsste auf die Anzeigen-Plattform von Facebook zugegriffen werden und bei dem Austausch der Daten auf diesen beiden Plattformen würde Facebook vermutlich von der EU empfindlich auf die Finger geklopft werden.

Top 10 Alternativen zu Whatsapp

Selbstverständlich müssen wir auch erst mal abwarten, wie offensiv Facebook da tatsächlich vorgehen wird bzw. wie nervig sich die Werbung und wie datenhungrig sich WhatsApp im Jahr 2019 dann tatsächlich präsentieren werden. Bis dahin reden wir noch über ungelegte (und nicht offiziell bestätigte) Eier, aber logischerweise werden wir das auf dem Schirm behalten und euch entsprechend informieren.

https://www.mobilegeeks.de/news/whatsapp-tut-es-doch-werbung-ab-2019/

Sent with Reeder