Schulstreik: Drohungen von Politikern, die ihre Pflichten nicht erfüllen

Fridays for Future-Kundgebung in München, 21. Juli 2019. Bild: Henning Schlottmann /

Preußelnde Schwaben drohen den Schülern, doch die erinnern die alternden Politiker an ihre Unterlassungen

Mancherorts, wie in Berlin, gehen inzwischen die Ferien zu Ende. Für manchen Politiker ist das offensichtlich Grund, mehr Druck auf die dauerprotestierenden Schüler auszuüben. Baden-Württembergs christdemokratische Kultusministerin Susann Eisenmann warnt [1] zum Beispiel, dass die Schüler lernen müssten, mit den Folgen ihres Streiks zu leben. Wenn Arbeiten nicht nachgeschrieben würden, könne es schon mal Sechsen geben.

Und natürlich durfte auch der urdeutscheste aller Untertanensprüche nicht fehlen: Die Schüler sollten lernen, dass sie Rechte haben. Aber eben nicht nur diese, sondern auch Pflichten. Für CDU-Politiker scheint es eben einfach nicht möglich, von demokratischen Rechten zu reden, ohne im gleichen Atemzug Pflichten zu beschwören. Vielleicht sollten Sie einfach mal einen Blick in das Grundgesetz werfen?

Wie dem auch sei, von den Schülern kam die richtige Antwort. Die Nachrichtenagentur dpa zitiert auch Sofie Rehberg, eine Fridays-for-Future-Sprecherin aus Stuttgart, mit den Worten: "Politiker sollten nicht so viel über Pflicht sprechen, wenn sie ihre eigene Pflicht nicht erfüllen."

Übrigens: In Sibirien brennen gerade die Wälder im nie zuvor gesehenem Ausmaß [2], das arktische Meereis [3] hat sich derzeit soweit wie nie zuvor zurückgezogen und Grönland [4] erlebt eine Rekorde brechende Tau-Saison. Doch im Ländle mit seinem Grünen Ministerpräsidenten herrscht – alle radikal demokratischen Traditionen [5] langst vergessend – preußische Zucht. Ach, was waren das noch Zeiten, als man den Kindern vom Kampf gegen die Preußen sang [6].

Derweil hält die junge Schülerbewegung noch bis Sonntag in Dortmund einen Sommerkongress [7] ab. Zu dessen Auftakt waren am Mittwoch 1.600 [8] Teilnehmer gekommen, die sich in zahlreichen Workshops und Podiumsdiskussionen austauschen und weiterbilden wollen. Am Sonntag geht es dann für einige von ihnen weiter ins schweizerische Lausanne, wo man sich für ein paar Tage zum europaweiten Austausch [9] trifft. Vom 5. bis zum 9. August tagt dort in der Universität Lausanne SMILE [10], das "Summer Meeting in Lausanne Europe".

Das heißt aber nun nicht, dass deshalb heute keine Aktionen in deutschen Städten stattfänden. Im Gegenteil, auch wenn die Liste [11] am voraussichtlichen Ende des Hochsommers ausgedünnt wie selten ist. Demos und Kundgebungen gibt es zum Beispiel in Weimar [12], wo das Klimakatastrophenorchester auf dem Theaterplatz spielt, in Oberhausen [13] und wie fast immer auf Fehmarn [14]. Und natürlich in zahlreichen Städten rund um den Globus [15]. Besonders aktiv Kanada, die USA und Indien.


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[1] https://www.t-online.de/nachrichten/id_86193650/klima-protest-eisenmann-warnt-vor-schaerferen-konsequenzen.html
[2] https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/videos/waldbraende-in-sibirien-100.html
[3] http://nsidc.org/arcticseaicenews/
[4] https://nsidc.org/greenland-today/
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Badische_Revolution
[6] https://www.volksliederarchiv.de/schlaf-mein-kind-schlaf-leis/
[7] https://kongress.fridaysforfuture.de/
[8] https://twitter.com/Sommerkongress
[9] https://twitter.com/fff_europe
[10] https://allevents.in/vevey/marche-pour-le-climat-smile-climateeventlausanne/200017637753155
[11] https://fridaysforfuture.de/streiktermine/
[12] https://twitter.com/F4F_weimar/status/1156952733364162561
[13] https://twitter.com/fff_Oberhausen
[14] https://twitter.com/ffffehmarn
[15] https://fridaysforfuture.org/events/list

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Neues Riesen-Kreuzfahrtschiff ermöglicht Besuch von 10 Mittelmeer-Häfen, ohne abzulegen

Valencia (dpo) - Der weltweite Kreuzfahrt-Boom hält unverändert an. Gleichzeitig werden die schwimmenden Hotels immer gigantischer. Im spanischen Valencia lief dieser Tage das bislang größte Kreuzfahrtschiff aller Zeiten vom Stapel: Die "Emperor of the Universe" ist so riesig, dass sie 10 Häfen in drei Mittelmeerländern erreicht, ohne überhaupt auszulaufen.

Während das Schiff, das feierlich mit einem Sektlastwagen getauft wurde, im Heimathafen vertaut bleibt, können die Gäste Ausflüge in die beliebtesten Küstenstädte Spaniens, Italiens und Frankreichs machen.

Der riesige Luxusliner bietet nicht nur Platz für knapp vier Millionen Passagiere, sondern hat mit 3.084.421 Fuß Länge und 306.518 Fuß Breite auch schier unglaubliche Ausmaße. Während der Bug im Hafen von Valencia festgemacht ist, befindet sich das Heck nur weniger Hundert Meter vor Genua in Norditalien.

Längs des Ozeanriesen liegen Ibiza, Mallorca und Korsika auf der einen, Barcelona, Nizza, Marseille, Monte Carlo und Livorno auf der anderen Seite.

"Unsere Gäste können sich daher ein individuelles Ausflugsprogramm zusammenstellen", erzählt General Manager José Lopez vom Reiseveranstalter MTI, der das Mega-Schiff betreibt. "Innerhalb des Schiffs verkehren Schnellzüge zu den 30 Ausgängen, von denen Shuttle-Beiboote die Urlauber jeweils wie gewohnt an Land bringen. So können einige Passagiere Palma de Mallorca besuchen, während andere zur gleichen Zeit in Monaco einen Landgang absolvieren und eine dritte Gruppe Nizza besichtigt."

Praktisch: Passagiere auf Landgang müssen keine Sorge haben, dass ihr Schiff plötzlich ablegt und davonfährt: "Das wäre auch unmöglich, weil sie hoffnungslos zwischen Mittelmeerinseln und dem Festland verkeilt ist", so Lopez.

Auf den kreuzfahrttypischen Abgasgestank müssen die Passagiere aber trotzdem nicht verzichten. Dafür sorgen 40 schiffseigene Kohlekraftwerke auf dem Welldeck, durch die der nötige Strom für den täglichen Betrieb und die Klimaanlagen erzeugt wird.

bep, ssi, dan; Foto [M]: NASA/Shutterstock



http://www.der-postillon.com/2019/07/emperor-of-the-universe.html