„Vorausschauendes politisches Handeln gebietet es, in Räume auszugreifen, die für uns und unsere Zukunft entscheidend sind.“
Wer hat es wann gesagt?
Zunächst zu den Quellen: Die einschlägigen Passagen finden Sie im Interview bei Minute 6, ab der Minute 8 und dann besonders ab Minute 10:30.
Die ARD berichtet über das Interview mit dem neu gewählten Bundespräsidenten unter anderem folgendes:
Falschmeldungen als Risiko für die Demokratie
Steinmeier rief die Politik auf, mit der jüngeren Generation wieder direkter ins Gespräch zu kommen. Dazu wolle auch er „Begegnungsformate“ zwischen dem Präsidenten und der Jugend schaffen, etwa Schulbesuche oder Wettbewerbe.
Die Rolle des Onlinedienstes Twitter in politischen Debatten sieht Steinmeier kritisch. „Es hat sich jetzt schon bewiesen, dass auch leichtere politische Probleme kaum in 140 Zeichen unterzubringen sind. „Dieses Schwarz und Weiß, das Gut und Böse, dieses Ja und Nein – das ist wünschenswert, das verstehe ich auch, aber das kann Politik eben nicht immer liefern.“ Die zu lösendenden Probleme seien oft schwieriger.
Als Risiko für die Demokratie bezeichnete Steinmeier die Verbreitung von Falschmeldungen und die häufig rauen Umgangsformen in sozialen Medien wie Twitter und Facebook. Ein Teil der Diskussionen wandere in Bereiche des Internets ab, in denen Politiker und klassische Medien „schon gar nicht mehr wahrgenommen werden“. Dort würden viele Nutzer nur nach einer „Verstärkung der eigenen Meinung“ suchen.
Man müsse darauf aber beharren, Fakten und Lügen weiter auseinanderzuhalten. „Wenn wir das aufgeben, dann wird das Fundament unserer Demokratie zerbröseln“, mahnte Steinmeier.
Nun zu den von Frank-Walter Steinmeier und vielen seiner Mitstreiter verbreiteten Unwahrheiten:
Das ist, leider muss man das sagen, in einer zentralen Frage, die die Verantwortung des neuen Bundespräsidenten in seiner Funktion als Chef des Bundeskanzleramtes betrifft, glatt gelogen.
Hier finden Sie die amtliche Tabelle zur Entwicklung der Arbeitslosenzahl von 1991-2008:
Arbeitslose und Arbeitslosenquote von 1991-2008

Quelle: Statistisches Bundesamt
Diese Tabelle ist in vieler Hinsicht interessant:
Und bitte verbreiten Sie diese Tatsachen weiter. Wir dürfen dem Establishment nicht durchgehen lassen, dass diese Personen nach der Methode „Haltet den Dieb“ auf die Medien im Internet jene schlimmen und lügenhaften Methoden projezieren, die sie selbst immer wieder benutzt haben.
Wörtlich:
„Wie schädlich steigende Lohnnebenkosten sind, zeigt die Entwicklung seit der Wiedervereinigung: 1990 betrugen die Beitragssätze zur Sozialversicherung noch 35,5 Prozent. Bis 1998 waren sie auf den historischen Höchstwert von 42 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist die Arbeitslosigkeit von 2,6 Mio. auf 4,28 Mio. Arbeitslose im Jahresdurchschnitt gestiegen. Die Zahl der Erwerbstätigen ging von 38,5 Mio. auf 37,2 Mio. in 1997 zurück.“
Für diese Entwicklung waren ganz andere Faktoren von Bedeutung und einflussreich – zum Beispiel die Zinspolitik der Bundesbank und das Hin und Her der staatlichen Konjunkturpolitik. Und dennoch hat der damalige Chef des Bundeskanzleramtes und heutige Bundespräsident auf eine Monokausalität zurückgegriffen, die man nur als abenteuerlich bezeichnen kann. Und übrigens auch feindselig gegenüber der Arbeitnehmerschaft. Lohnnebenkosten sind nämlich deren Beiträge zur sozialen Sicherung und sie sind deshalb überhaupt nicht per se negativ zu betrachten.
Die Behauptung, die hohe Arbeitslosigkeit sei eine Folge zu hoher Lohnnebenkosten ist eine typische und in den Konsequenzen weitreichende Unwahrheit, ein Fake des Establishment zulasten der abhängig Beschäftigten.
Wörtlich:
„Es steht außer Frage, wer den Ukraine-Konflikt zu verantworten hat. Die völkerrechtswidrige Annexion der Krim, die Destabilisierung der Ost- Ukraine gehen auf das Konto Russlands.“
So einfach ist die Welt und das Weltbild des Herrn Bundespräsidenten. Tatsächlich hat die Ukraine-Krise schon viel früher begonnen, spätestens mit dem Versuch der USA, die Ukraine mit 5 Milliarden $ für Propaganda und Meinungsmache zu destabilisieren. 5 Milliarden $ haben die USA in sogenannte NGOs und allerlei ideologische Aufrüstung in der Ukraine investiert. Auch die Vorgänge auf dem Maidan und der Putsch gegen den damaligen Präsidenten einschließlich der Schüsse auf dem Maidan kommen im zurechtgebastelten Weltbild des ehemaligen Außenministers und neuen Bundespräsidenten offensichtlich nicht mehr vor. Im Westen, vor allem bei der NATO und den USA wird diese Version bis heute aufrechterhalten. Weil dann die Russen an dem Konflikt schuld sind und nicht mindestens ebenbürtig, wenn nicht sehr viel mehr, der Westen.
(Eine Abbildung des SZ Interviews mit der entsprechenden Passage befindet sich im Anhang)
Zum Schluss noch einmal der Hinweis auf die Methode „Haltet den Dieb“, die das Establishment nunmehr gegenüber den Kritikern im Internet anzuwenden versucht.
Deshalb die Bitte an die NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser, auf diesen gravierenden Manipulationsversuch hinzuweisen. Es gilt immer wieder: Aufklärung verlangt, auf die Methoden der Manipulation aufmerksam zu machen. Andernfalls kommt man nämlich überhaupt nicht mehr nach. Die Selbstdarstellung des neuen Bundespräsidenten und die Darstellung der Vergangenheit durch ihn ist ein Musterbeispiel dafür. Die Fakes wurden von den Etablierten und nicht von den Kritikern im Netz entwickelt und praktiziert. Nunmehr schon jahrzehntelang.
Anhang:
Auszug aus dem Interview der Süddeutschen Zeitung mit Frank-Walter Steinmeier vom 27. Januar 2017“
Berlin (dpo) - Es ist wieder so weit: Die Führungsspitze der SPD hat heute Morgen bei einem Treffen im Willy-Brandt-Haus in Berlin den Beginn des traditionellen linken Halbjahres vor den nächsten Bundestagswahlen eingeläutet. In dieser Zeit ist das Spitzenpersonal darum bemüht, die SPD wie eine Partei wirken zu lassen, die Politik für Arbeiter und Geringverdiener macht.
"Liebe Genossinnen und Genossen, das traditionelle linke Halbjahr vor der Bundestagswahl ist hiermit feierlich eröffnet", verkündete der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann und klingelte laut hörbar mit der sogenannten "Glocke des kleinen Mannes". Nachdem der Applaus abebbte, erklärte er: "Jetzt ist die Zeit gekommen, in der wir uns für einige Monate auf unsere sozialdemokratischen Wurzeln zurückbesinnen."
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