Nächste Kehrtwende: Jetzt kann sich Merkel auch noch „soziale Gerechtigkeit“ vorstellen

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Berlin (EZ) | 28. Juni 2017 | Es wird eng für die SPD im Wahlkampf: Nachdem Kanzlerin Merkel sich das Thema "Ehe für alle" geschnappt hat, kann sie sich jetzt auch noch "soziale Gerechtigkeit im ganzen Land und für alle" vorstellen.

Ist das die Retourkutsche für Martin Schulz‘ Vorwurf, Merkel würde die Demokratie in Deutschland gefährden? Nachdem sie erst die Ehe für alle okkupiert hat, sagte sie nun, sie habe gar nichts gegen soziale Gerechtigkeit und würde diese im Falle eines Wahlsieges fördern.

Damit verschwinden peu à peu die Angriffsflächen für die Sozialdemokraten. In der Partei geht schon die Sorge um, Merkel könnte als nächstes eine Steuerreform in Angriff nehmen, die kleinere Einkommen schont.

Ein Insider aus der CDU sagte, in der Schubalde der Kanzlerin lägen schon passende Sätze bereit zu den Themengebieten „weniger Auslandseinsätze der Bundeswehr“, „weniger Ausgaben fürs Militär“ und zur Rolle der NATO im Antiterrorkampf und in Syrien. Außerdem habe er gehört, dass Merkel sich auch für Renten stark machen möchte, von denen man leben kann – „aber diesen Trumpf bewahrt sie sich auf für die Spätphase des Wahlkampfes.“

SPD-Kandidat Martin Schulz will nun erstmal „die Fresse halten“, sagt ein Informant aus dem Umfeld des Vorsitzenden.

Quelle: Eine Zeitung

SPD sichert sich Stimmen von Leiharbeitern, Hartz-IV-Empfängern und armen Rentnern durch Auftritt von Gerhard Schröder

Dortmund (dpo) - Das war ein cleverer Schachzug! Durch einen Auftritt von Altbundeskanzler Gerhard Schröder auf dem SPD-Parteitag in Dortmund hat Kanzlerkandidat Martin Schulz einen wichtigen Schritt unternommen, um sich die wertvollen Stimmen von rund einer Million Leiharbeitern4,4 Millionen Hartz-IV-Empfängern2,5 Millionen Minijobbern sowie 5,7 Millionen von Altersarmut betroffenen Rentnern zu sichern. 

"Wir haben uns in der Parteispitze überlegt: Wie können wir jene Wähler wieder für die SPD mobilisieren, die uns zuletzt gewählt haben, als Schröder Kandidat war, und sich dann plötzlich von uns abgewandt haben?", erklärt Fraktionschef Thomas Oppermann den Auftritt des Altkanzlers. "Da war klar: Das geht nur mit einer Prise Gerd-Nostalgie."