Fefe zu Pressefreiheit:

  • [l] Ich habe mich ja schon ein paar Mal dahingegend geäußert, dass ich fasziniert davon bin, wie plötzlich Verschwörungstheorien von „das ist verschwörungstheretischer Unfug, da stimmt kein Wort von“ zu „naja das war doch die ganze Zeit eh klar, das wussten auch alle“ übergehen. Nicht graduell, wie man denken würde, und auch nicht mit Einlenken oder Reevaluieren der Fakten auf dem Tisch. Nein. Von einem Tag auf den nächsten wechselt das.

    Nehmt nur mal den Assange-Fall. Die Fakten lagen die ganze Zeit auf dem Tisch, in zunehmendem Umfang. Assange hat gesagt, die Amis wollen ihn bloß ausgeliefert haben. Verdammt viele Leute haben gesagt: Ach komm, das ist doch Bullshit. Was glaubt der denn, wer er ist! Im Übrigen würde die EU nie zulassen, dass der nach Amerika ausgeliefert wird, wenn ihm da die Todesstrafe droht!

    Und jetzt, wo erst leakte, dass die Anklage im Geheimen vorbereitet wurde (der beste Rechtsstaat, den man für Geld kaufen kann!), und dann erst der Botschaftsrausschmiss nach Druck der Amis kam, und dann spontan ein Auslieferungsantrag auf dem Tisch lag, und die Briten spontan Zustimmung signiert haben? Kam da von irgendjemandem ein zerknirschtes „na gut, ok, hatte ich wohl doch Unrecht?“

    Nein! Jetzt haben es plötzlich alle schon immer gewusst.

    Ja nee, klar.

    Der Bröckers hat sich in der Telepolis auch mal den Zorn vom Leib geschrieben.

    Auch wenn von der anderen Seite niemand die Größe hat, einen Irrtum einzugestehen, lass ich es mir doch nicht nehmen:

    Told you so!

    Wo sind eigentlich ganzen die Leute hin, die bei Jan Böhmermann und Deniz Yücel für Pressefreiheit waren?

    Oh, verstehe. Der Assange ist selber schuld. Der hätte mal besser den Erdogan ärgern sollen.

    Die ganzen Schönwetterdemokraten immer...



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Oh, sie haben es gemerkt!

[l] Zeitenwende: Der Deutsche Journalisten-Verband warnt davor, der Polizei zu vertrauen.

Der Deutsche Journalisten-Verband ruft dazu auf, Meldungen und Informationen der Polizeibehörden in allen Fällen kritisch zu hinterfragen.

Aktueller Anlass sind Presseinformationen der Polizei über die Besetzung des Tagebaus Garzweiler durch Klimaaktivisten. „Ein Polizeibericht ist für Redaktionen eine wichtige Ausgangsinformation, mehr nicht“, erklärt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Keinesfalls dürften Schilderungen und Behauptungen solcher Berichte ungeprüft in die Medienberichterstattung Einzug halten.

Was war passiert? Die Polizei hatte mal wieder herumgelogen, wie viele Polizisten wegen Verletzungen ausfielen, wohl wissend, dass der unbedarfte Beobachter annehmen würde, die seien durch Fremdeinwirkung verletzt worden.

Die Cops sagten: 16 Verletzte bei der Polizei. Die Presse guckte nach: 2 davon durch Fremdeinwirkung. Die anderen dann vermutlich so Seitenstechen oder umgeknickt oder so? Hand verstaucht beim Demonstranten-Klatschen zählen die ja eher zu "unter Fremdeinwirkung", würde ich tippen.



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